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Deutsche verschwenden über 3 Milliarden Euro durch Standby

Heidelberg. Wer ungenutzte Geräte konsequent vom Stromnetz trennt, kann je nach Ausstattung bis zu 100 Euro pro Jahr einsparen. Hochgerechnet auf alle Haushalte summiert sich die Geldverschwendung sogar auf über 3 Milliarden Euro, wie eine Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox zeigt.

Standby-Verluste können 10 Prozent des Stromverbrauchs ausmachen

Viele Elektrogeräte im Haushalt verbrauchen Strom, obwohl sie gerade nicht genutzt werden. Wie viel Strom durch den Standby-Modus verschwendet wird, hängt von der Art, der Anzahl und dem Alter der Elektrogeräte ab. Der unnötige Stromverbrauch macht Schätzungen zufolge zwischen 8 und 10 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts aus.

Jährliche Stromkosten von rund 100 Euro durch Standby

Bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) und einem durchschnittlichen Strompreis von aktuell 29,27 Cent/kWh kosten die Standby-Verluste zwischen 94 und 117 Euro pro Jahr.

„Durch Steckerziehen oder abschaltbare Steckerleisten lassen sich diese Verluste wirkungsvoll eindämmen. Wer es schafft, etwa zehn Jahre lang alle Standby-Verluste zu vermeiden, kann rund 1.000 Euro einsparen. Das entspricht einem ganzen Jahr kostenlosen Strom für einen Drei-Personen-Haushalt“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Deutschlandweit summiert sich die Stromverschwendung durch Standby in den privaten Haushalten auf über 10 Milliarden kWh, was etwa 3 Milliarden Euro entspricht. Würden alle privaten Haushalte den Stecker ziehen, könnte sofort ein großes Kohlekraftwerk vom Netz gehen.

Neue Elektrogeräte sind sparsamer

Dank der stetig verschärften Ökodesign-Richtlinie der EU mussten Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik im Lauf des letzten Jahrzehnts immer niedrigere Verbrauchswerte beim Standby-Modus erreichen.

„Moderne Elektrogeräte sind im Standby-Betrieb sparsamer, doch viele ältere Geräte weisen deutliche höhere Stromverbräuche auf. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Elektrogeräte in den deutschen Haushalten immer weiter zunimmt. Dadurch kann der unnötige Stromverbrauch sogar ansteigen“, sagt Thorsten Storck.

Ein Watt, das dauerhaft verschwendet wird, kostet 2,56 Euro pro Jahr. Laut der Ökodesign-Richtlinie der EU dürfen neue Geräte ohne eine Informations- oder Statusanzeige im Standby-Modus maximal 0,5 Watt verbrauchen. Elektrogeräte, die Informationen wie beispielsweise die Uhrzeit anzeigen, dürfen maximal 1 Watt verbrauchen. Vernetzte Geräte müssen seit 2019 unter zwei Watt bleiben. Für Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit, wie beispielsweise Internet-Router, gilt ein Grenzwert von 8 Watt.

Methodik

Für den durchschnittlichen Strompreis wurde der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom herangezogen. Er berücksichtigt jeweils das Preisniveau der Grundversorger und der 30 wichtigsten überregionalen Stromanbieter für einen Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Die Preis-Gewichtung erfolgt nach der Anzahl der belieferten Haushalte einer Region und entsprechend der veröffentlichten Wechselquoten der Bundesnetzagentur.

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